Amnesia: The Dark Descent

Mittwoch, Januar 04th, 2012 | Author:

amnesia_11 In fast jedem Spiel ist der Protagonist, den man steuern darf, ein Held, der sich mit fast übermenschlichen Kräften – sofern es sich überhaupt um einen Menschen handelt – durch Gegnerhorden kämpft. In Amnesia schlüpft man in die Rolle von Daniel, der sich nicht nur an nichts erinnern kann, sondern auch keine Waffen mit sich trägt. In Amnesia kann man sich nämlich nicht verteidigen und das ist nur eine der vielen Besonderheiten, die das Spiel so atmosphärisch und gruselig machen.

Die Geschichte

amnesia_02 Von der Geschichte sei an dieser Stelle nicht zu viel verraten, denn diese wird im Spiel nach und nach durch Tagebucheinträge und Notizen immer weiter aufgedeckt und teilweise vorgelesen. Sie erzählt, warum Daniel sich in einem dunklen Schloss wiederfindet und keine Ahnung hat, wie er hergekommen ist und warum er das Gefühl hat von jemandem oder etwas gejagt zu werden. Das Spiel ist im 19. Jahrhundert angesiedelt und beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Magie.

amnesia_01 Umso weiter man im Spiel vorankommt umso klarer wird das Bild der vergangenen Geschehnisse. Die Handlungen von Daniel sind nachvollziehbar und die Geschichte ist recht schlüssig. Es gibt insgesamt 4 verschiedene Enden, wobei eines davon eher irrelevant ist und die übrigen 3 sich ganz am Ende erst entscheiden. Es hängt also nicht davon ab, wie man sich im Spielverlauf verhält, sondern davon, wie man im letzten Raum vorgeht.

Die Enden sind je nach Verhalten passend, könnten aber noch etwas mehr von den Folgen der Geschichte erzählen.

Die Steuerung

amnesia_03 Eines der Dinge, die maßgeblich zur gruseligen Atmosphäre beitragen ist die Steuerung. Man steuert Daniel wie in einem Egoshooter mit den Tasten W,A,S,D und er kann springen, sprinten und sich ducken. Allerdings kann man mit der Maus direkt mit der Welt interagieren. Hat man eine Tür vor sich, so öffnet man sie per Maus, jedoch nicht mit einem Klick sondern man greift nach der Tür und schwingt sie durch das Bewegen der Maus auf. Auf die gleiche Weise öffnet man Truhen, Laden, Kästen und Falltüren, hebt Gegenstände auf und benutzt Gegenstände. Muss man ein Ventil öffnen oder schließen, dreht man es mit der Maus, anstatt es einfach nur anzuklicken oder nur eine Taste zu drücken.

amnesia_04 Durch diese direkte Art der Bewegung fühlt man sich etwas mehr in die Spielwelt hineinversetzt. Versteck man sich in einem Raum und möchte die Tür nur einen Spalt breit öffnen um hindurchzusehen, so kann man das machen, oder aber mit einer Handbewegung aufreißen. Die Steuerung ist dabei zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch hat man sich schon nach ein paar Bewegungen daran gewöhnt. Sie ist gut umgesetzt und funktioniert im Großen und Ganzen gut.

Die Besonderheiten

Das Spiel

amnesia_05 Das Spiel lebt von seiner Atmosphäre und der unkonventionellen Art die Geschichte zu erzählen. Man ist hilflos und kann sich gegen die “Monster”, auf die man regelmäßig im Spiel trifft, nicht wehren. Man muss sich vor ihnen verstecken, davonrennen oder Türen versperren, damit man überlebt. Man hat keine Waffen und der einzige Begleiter, den man hat und an den man sich klammert, ist eine Petroleumlampe.

Vom Genre ist Amnesia ein Adventure. Man findet Notizen von Daniel und anderen Menschen, die einem nach und nach die Geschehnisse aufdecken oder Hinweise geben um Rätsel zu lösen. Für diese muss man erst die benötigten Utensilien finden und gegebenenfalls richtig kombinieren. Die Rätsel sind nicht zu schwer, allesamt nachvollziehbar und arten auch nicht in einer frustrierenden Sucherei aus.

Die Musik

amnesia_06 Letzteres wäre ohnehin etwas mühsam, denn Amnesia hat noch weitere Besonderheiten, was die Atmosphäre betrifft. Zum Einen sind da Musik und Geräusche, die teilweise etwas verstörend wirken aber perfekt zur Szene passen. Ständig knackt es irgendwo oder man hört jemanden herumgehen, obwohl niemand da ist, oder doch? Wird man verfolgt oder trifft man auf eines der zahlreichen Monster wird auch die Musik spannender und lässt das Herz bis hinauf zum Hals schlagen.

Die Vernunft

amnesia_07 Zum Anderen ist da die Vernunft. Neben dem leiblichen Wohlbefinden hat man auch eine Anzeige für die geistige Verfassung der Spielfigur. Diese wirkt sich vor allem auf die Sicht und die Steuerung der Spielfigur aus und umso irrer man wird umso lauter wird das kratzend/knackende Geräusch, das an Glasscherben erinnert, die man mit einem Schuh auf dem Asphaltboden zerreibt. Außerdem beginnt das Bild zu verschwimmen und enger zu werden und die Steuerung wird schwammiger.  Umso länger man sich in zu dunklen Arealen aufhält ohne dort eine Kerze zu entzünden oder die Lampe hochzuhalten, umso irrer wird man. Gleiches passiert, wenn man die herumschlurfenden Monster direkt ansieht.

Das geht sogar soweit, dass man sich kaum mehr bewegen kann, das Bild stark verschwimmt und man das Gefühl hat gleich zusammenzubrechen. Im Gegensatz zur Gesundheit, die man mit einem Fläschchen Laudanum verbessern kann, gibt es gegen den Wahnsinn keine Medizin. Die einzigen Dinge, die dagegen helfen sind Licht und das Vorankommen im Spiel.

Das Licht

amnesia_08 Und nun sind wir beim Licht, man könnte fast meinen die “Währung” des Spiels. Licht kommt nicht zu häufig vor. Man findet zwar immer wieder beleuchtete Räume und Gänge, aber die sind meist nur teilweise ausgeleuchtet und man muss sich von Lichtinsel zu Lichtinsel hanteln. Enorm hilfreich sind verstreute Zunderboxen, mit denen man Kerzen und andere erloschene Lichtquellen wieder entflammen kann. Diese sind aber sehr rar gesät und man sollte sich gut überlegen, welche Kerze man denn nun anzündet und welche man besser auslässt, denn sonst hat man keinen Zunder mehr, wenn man ihn benötigt.

amnesia_09 Eine weitere Hilfe bietet die schon erwähnte Öllampe, die man mit sich herumträgt. Diese benötigt – wer errät’s? – Lampenöl! Auch dieses findet man nicht all zu oft, weshalb man auch die Lampe nicht ständig brennen lassen sollte.  Man muss also einen möglichst effizienten Weg finden, die Räume auszuleuchten und die Lampe zu verwenden, sodass man bei Vernunft bleibt.

So toll und sicher man sich in einem ausgeleuchteten Raum fühlt, umso hinderlicher ist selbiger beim Verstecken, denn die Monster sehen einem im Licht besser. Es ist also auch aus taktischer Sicht schlau, nicht jeden Raum mit Festtagsbeleuchtung zu versehen ;)

Fazit

amnesia_10 Wer einen der drei Teile von “Penumbra” gespielt hat, weiß wie man seinen Character in Amnesia steuert, kein Wunder: beide Spiele haben dieselben Macher ;). Amnesia erzählt eine düstere Geschichte über ein Artefakt, die es gilt herauszufinden. Dabei packt einen das Spiel und lässt nicht mehr los. Amnesia verblümt nichts, die Geräusche beflügeln die Fantasie und lassen einem die Gänsehaut den Rücken herunter- und wieder hinauflaufen. Das Spiel hat seine Altersfreigabe zurecht, da unter anderem auch Foltermethoden durch Bilder und Ton äußerst nah gebracht werden und durch die toll aufgebaute Atmosphäre einen

das Blut in den Adern gefrieren lassen kann.

Amnesia ist ein tolles, spannend erzähltes Gruseladventure, das man am besten mitten in der Nacht im stockdunklen Zimmer bei voll aufgedrehten Boxen oder gar mit Headset ganz alleine spielen sollte! Dabei ist Herzrasen und erhöhte Adrenalinausschüttung garantiert!

 

Quellen & Links

http://store.steampowered.com/app/57300/

http://www.amnesiagame.com

Category: Allgemeines
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